Das Schöne wartet am Straßenrand

Das Schöne wartet am Straßenrand

Mit angezogenen Knien sitzt er nicht ganz freiwillig am Straßenrand und blickt über das Meer in den Sonnenuntergang. Das orange-rosafarbene Licht spiegelt sich im Wasser.

Definitiv einer der schönsten Abendstimmungen, die ich seit langem gesehen habe, denkt er.

Dann dreht er sich um und greift in die alten Ledertaschen, die seitlich am Gepäckträger seines noch viel älteren Fahrrads befestigt sind und holt ein Notizbuch heraus. Er blättert darin, bis er zur ersten leeren Seite gelangt, nimmt seinen Kugelschreiber und schreibt:

Manche unvorhergesehene Ereignisse sind lediglich eine Einladung innezuhalten und das Leben von einer anderen, schönen Seite zu betrachten.

Anschließend legt er das alte ausgefranste Heft wieder zur Seite, atmet tief ein und wieder aus und wendet sich seinem Fahrrad zu. Es liegt am Boden, der Vorderreifen ist aufgeplatzt.

Er holt das Reparaturset aus der Tasche und macht sich an die Arbeit. Er braucht nicht lange, um den Reifen zu reparieren, denn es war nicht seine erste Panne und so hatte er bereits Übung darin.

Während er den reparierten Reifen wieder aufpumpt, muss er lächeln.

Ich musste wirklich alt werden, um zu verstehen, dass die schönen Seiten des Lebens überall zu finden sind - selbst wenn nicht alles nach Plan läuft.

Als der Reifen wieder funktionstüchtig ist, setzt er sich auf sein Fahrrad und fährt neugierig und fröhlich summend dem Sonnenuntergang entgegen.

Ich bin gespannt, welche Abenteuer mich noch erwarten, denkt er dabei zufrieden und ist überzeugt, dass was auch immer passiert, es gut sein wird.